Dopo notte
Megan Kahts, Orchester Wiener Akademie, Jeremy Joseph
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- Digital
Es besteht kein Zweifel, dass das 18. Jahrhundert im Zeichen der vokalen Vortrefflichkeit der großen Sängerhauptlinge stand, sowohl Männer als auch Frauen, Soprane wie Bordoni und Cuzzoni und Kastraten wie Farinelli und Carestini. Sie waren das, was man heutzutage Superstars nennen würde: Alter Egos "ihrer" Komponisten, mit denen oft eine fast symbiotische Beziehung bestand. Neben ihrer absoluten Virtuosität - die Arien aus der Barockzeit gehören nicht umsonst zu den schwierigsten aus dem Opernrepertoire - faszinierten diese manchmal fast mythischen Figuren das Publikum auch mit ihrer phänomenalen Cantabile-Kunst. Sie waren oft die unerreichten Herrscher des europäischen Opernpodiums, das Publikum verehrte sie wie Götter, ihre Honorare trieben manches Haus in den Ruin und ihre vokale Künstlerschaft war so spektakulär, dass selbst heute noch, wenn ihre Stimmen längst verstummt sind, ihre Namen noch immer mit Bewunderung genannt werden: die großen vokalen Virtuosen der Barockzeit leben in der Musik weiter, die große Komponisten aus ihren Kehlen schrieben.
Georg Friedrich Händel und Johann Adolph Hasse waren zwei dieser berühmten Komponisten, die nicht zuletzt durch ihre Interaktion mit vielen berühmten Sängern so erfolgreich waren. Hasse war einer der Begründer des Vorklassizismus und kombinierte Neapolitanische Vokalität mit einer Orchesterdichte, die zweifellos seine deutschen Wurzeln widerspiegelt. Der andere deutsche Riese der Opera seria war George Frideric Händel, da der Komponist den größten Teil seines Lebens in London verbrachte und die englische Nationalität annahm. Wie Hasse durchlief auch Händel die Hamburger Oper, wo er im Alter von neunzehn Jahren seine erste Opernpartitur, Almira (1705), schrieb.
Die Aufnahme wurde mit einem der wichtigsten internationalen Barockorchester gemacht, dem Wiener Akademieorchester unter der Leitung von Jeremy Joseph.