John Cage - Piano Works
Steffen Schleiermacher
- Label
- Phil.Harmonie
- Katalognummer
- PHIL 06026
- EAN / Barcode
- 4250317416261
- Erscheinungsdatum
- 6 Mai 2021
- Anzahl CDs
- 2
In den letzten Jahren seines Lebens schrieb John Cage eine große Anzahl sogenannter 'Number Pieces' – der Titel deutet die Anzahl der ausführenden Musiker an. Während die meisten dieser Stücke angeben, welche Instrumente gespielt werden sollen, sowie die Klänge, die erzeugt werden sollen, bieten andere Stücke nur allgemeine Tonbeschreibungen oder einen Rahmen zur eigenen Tonwahl. Was diese Stücke gemeinsam haben, ist die Zeitorganisation: Cage bestimmt das Taktmaß, innerhalb dessen die Töne gespielt werden müssen. Sollte man diese Tonfolgen innerhalb des Intervalls schnell spielen, muss man auf den Anfang des nächsten Takts warten, um fortzufahren; sollte man mit gleichmäßiger Langsamkeit spielen, werden die einzelnen Intervalle ohne Unterbrechung verbunden. Und so ist jede Aufführung desselben Stücks unterschiedlich: in einem Fall ein gleichmäßiger Klangfluss, in einem anderen eine Pulsation von schnellen Reaktionen begleitet von Pausen (einschließlich aller Variationen). Eine Ausnahme ist 'Two²'. Hier spielen die zwei Pianisten nicht nach einer Stoppuhr, sondern reagieren aufeinander: Obwohl das Stück Taktmaße angibt, bestimmt es weder Tempo noch Puls. Während beide Interpreten unabhängig voneinander spielen, dürfen sie nur zum nächsten Takt übergehen, wenn der andere Spieler den seinen beendet hat. Cage bestimmte die Anzahl der Töne innerhalb eines Takts durch die Regeln von Renga, der japanischen Kettenpoesie, in der die Anzahl der Silben pro Vers auf 5, 7, 5, 7, 7 festgelegt ist. Da das Pedal kontinuierlich gedrückt wird, klingen die Noten ineinander und diese innere Struktur bleibt unbemerkt.