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Klavierquintett op.57

Oliver Schnyder Trio, Julia Fischer, Nils Mönkemeyer

Dmitri Sjostakovitsj, einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, starb im August 1975 – inzwischen vor 50 Jahren. Sein Werk ist untrennbar mit der turbulenten Geschichte der Sowjetunion verbunden; ein Leben gefangen in der Spannung zwischen innerem Ausdrucksbedürfnis und externem Druck zur Konformität, zwischen persönlicher Tragödie und öffentlicher Verantwortung. Wenige Komponisten verstanden es so gut wie er, unter politischem Druck musikalische Aussagen von tiefer Ambivalenz und emotionaler Kraft zu schaffen. Kammermusik nahm in seinem Œuvre einen besonderen Platz ein: als Zufluchtsstätte für Intimität, Reflexion und künstlerische Autonomie. Die beiden Klaviertrios und das Klavierquintett Op. 57 sind exemplarisch für diesen Aspekt seines Werkes. Klaviertrio Nr. 1 ist ein Jugendwerk, geschrieben vom Komponisten im Alter von nur 17 Jahren, noch während seines Studiums am Konservatorium von Leningrad. Das einsätzige Stück zeichnet sich durch spätromantische Expressivität aus und zeugt von seiner Suche nach einer eigenen musikalischen Sprache. Der Einfluss von Vorbildern wie Rachmaninov und Skrjabin ist hier noch immer spürbar, aber die Handschrift eines eigensinnigen Talents ist bereits erkennbar. Das Klaviertrio Nr. 2, op. 67, wurde in einer Zeit persönlicher und nationaler Katastrophen komponiert. Das jüdisch-folkloristische Finale verweist nicht nur auf den Mord an osteuropäischen Juden, sondern symbolisiert auch einen bitter-ironischen Kommentar zu Gewalt und Tod. Anlässlich des 50. Todestages von Sjostakovitsj am 9. August 2025 haben das Oliver Schnyder Trio die beiden Klaviertrios und das Klavierquintett op. 57 aufgenommen, wobei sie beim letztgenannten illustre Verstärkung durch die Violinistin Julia Fischer und den Bratschisten Nils Mönkemeyer erhalten.

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