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Mahler Symphony No. 3

Adam Fischer & Düsseldorfer Symphoniker

Label
CAvi
Katalognummer
AVI 8553399
EAN / Barcode
4260085533992
Erscheinungsdatum
6 September 2018
Anzahl CDs
2
Reflexionen zur 3. Symphonie Von Adam Fischer

Mahlers gesamtes Schaffen wirkt für mich wie ein langes Abschied: Es ist, als würde er sich von der Vergangenheit verabschieden und gleichermaßen von der Zukunft, da er große Angst vor dem Tod hatte. Am Ende seiner Sinfonien begegnen wir oft Utopien, wie hier im Adagio der Dritten, und viele Jahre später, besonders in der Neunten. Es setzt etwas Neues ein, aber die Bewegung ist immer noch ein Abschluss. Daraus erfahren wir, dass das Neue in dieser Welt nicht mehr vorkommen wird. Die Dritte Sinfonie ist insgesamt eine von Mahlers reichsten: Die einzelnen Sätze unterscheiden sich so sehr voneinander, dass sie fast aus verschiedenen Perioden von Mahlers Leben zu stammen scheinen. Die Dritte enthält ihre eigene Welt in sich – bereits im ersten Satz, der länger ist als die meisten Beethoven-Sinfonien. Dann vertieft sich Mahler in die Wunderhorn-Welt: die Welt der Einfachheit, wo sein Stil von Schubert inspiriert zu sein scheint. Er zitiert aus seinen eigenen Werken und schafft seine eigene Mythologie. Wie in einem großen Roman erscheinen die gleichen Figuren in verschiedenen Geschichten. Der zweite und dritte Satz gehören zusammen; dann wird eine neue Dimension im vierten Satz mit der menschlichen Stimme eingeführt. Mit der ersten Note der Altistin öffnet Mahler wirklich eine neue Welt. Dies ist eine ganz neue Art der Komposition. Die Takte scheinen fast ineinander zu fließen; Mahler befreit sich von der Strenge der rhythmischen Takte. In der Partitur finden wir entsprechende Anweisungen: „In fließender Bewegung, ohne auf das Taktmaß zu achten" und „Den zugrunde liegenden Rhythmus dirigieren". In dieser letzteren Passage müsste man normalerweise einen Rhythmus von sieben gegen vier dirigieren: hier ist es schwierig, dies genau zu tun. Das Ergebnis ist ein Dilemma: Die Musiker erwarten eine präzise Geste – und manche Dirigenten unterteilen den Rhythmus tatsächlich, wie von Mahler angegeben. Aber ich finde es vorzuziehen, das metrische Schema nur als Rahmen zu betrachten. Exakt gespielt, verliert die Passage ihre künstlerische Bedeutung: Befreiung von Fesseln. Diese Aufgabe des strikten Diktats des Taktes stellt eine Herausforderung für jeden Dirigenten dar. (Auszug aus den Bemerkungen von Adam Fischer)

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