O Dolcezze Amarissime | Madrigali, Ricercari and Canzoni strumentali from 17th Century, Italy
Roberta Invernizzi, Accademia Strumentale Italiana, Alberto Rasi
- Label
- Fineline
- Katalognummer
- FL 72419
- EAN / Barcode
- 0608917241921
- Erscheinungsdatum
- 4 Juli 2024
Im Mittealter des 16. Jahrhunderts trat die Kontrapunktik – nicht mehr die abstrakte und selbstbezügliche Kunst der guten Stimmführung – in den Orbit der musica poetica ein, der Musikform, in der das kommunikative Element betont wurde: durch die unmittelbare Nachahmung des in den Worten enthaltenen Konzepts versetzte Musik nun die erklingende Zahlenreihe, die rationale Komponente der Komposition, in eine sinnlich wahrnehmbare Seele. Selbstverständlich musste solch poetisch konzipierte Musik Vokalmusik sein; und die Madrigale wurden zur Gattung, in der das perfekte Gleichgewicht zwischen ratio und sensus, zwischen Rationalität und Sinnlichkeit, hergestellt werden konnte. Schriftliche und visuelle Quellen bezeugen, dass die Praxis der Kombination von Gesangsstimmen und Instrumenten bei der Aufführung polyophoner Werke üblich war. Lange vor dem Aufstieg der begleiteten Monodie hatte die Praxis der „konzertierten" Madrigale das theoretische Konzept der musica poetica in praktische Aufführungsformeln übersetzt, die der Verständlichkeit von Wörtern und Texten gerecht wurden. Die Kombination einer Sologesangslinie und Begleitung durch ein Consort von Violen scheint ideal, um den Text vollständig und verständlich wiederzugeben, während gleichzeitig die Klangstruktur der Polyphonie intact bleibt.
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