Violin Sonatas Op. 3 & 4
Eva Saladin
- Label
- Challenge Classics
- Katalognummer
- CC 72948
- EAN / Barcode
- 0608917294828
- Erscheinungsdatum
- 4 Mai 2023
Geboren 1624 wurde Giovanni Antonio Pandolfi Mealli teilweise in Venedig aufgezogen und landete in Innsbruck als Mitglied der Hofkapelle. Sein Name erscheint später als Geiger in Kirchen und am Hof in Messina und schließlich in Madrid, wo er wahrscheinlich 1687 starb. Es gab zwei wichtige stilistische Perioden für die Violinenliteratur im 17. Jahrhundert. In den frühen Jahrzehnten erschien ein Korpus von Instrumentalmusik in Norditalien, wobei die erste explizit für Violine geschriebene Solomusik von Komponisten wie Castello, Fontana und – vor allem – Marini stammte. Gegen Ende des Jahrhunderts erleben wir die Blüte einer verfeinerten Kultur der Instrumentalmusik in Österreich, dominiert von Virtuosen wie Biber, Walther und Schmelzer. Pandolfi Mealli stand dazwischen, war kein Anhänger einer der beiden Schulen und mag unter all diesen Starperformern etwas in Vergessenheit geraten sein. Die zwölf Sonaten, die in diesem Album enthalten sind, wurden 1660 in Innsbruck in zwei Bänden als Opusnummern 3 und 4 veröffentlicht und werden allgemein als ein einheitliches Paar betrachtet. Auf den ersten Blick bieten die Sonaten wenig Abwechslung. Einige ältere Literatur äußert sogar Verachtung für diese Werke wegen ihrer fehlenden individualistischen, virtuosen oder violinistischen Elemente. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich jedoch eine Reihe interessanter Merkmale in der Sammlung: Jede Sonate scheint ihren eigenen ausgeprägten und einzigartigen Charakter zu haben, der von obsessiv chromatisch bis hin zu himmlisch naiv variiert. Wir können subtile Unterschiede zwischen oberflächlich ähnlichen Sätzen sehen und die Musik ist voller unerwarteter Wendungen. Stilistisch beziehen sich einige der Sonaten deutlich auf frühe venezianische Beispiele des 17. Jahrhunderts. Andere führen Elemente ein, die später eine wichtige Rolle im österreichischen Violinrepertoire spielen würden. Viele der Sonaten sind überraschend vokal, eine Art Bezug zur zeitgenössischen Liedkultur. Diese vokalen Abschnitte laden die Violine ein, die Melodie zu verzieren. Es ist auch schwer zu bestimmen, welche Instrumentation als Continuo für dieses Repertoire verwendet worden wäre. Meine eigene Wahl, basierend auf der farbenfrohen Kombination aus Harfe, Orgel und Cello, basiert teilweise auf zeitgenössischen Quellen, aber auch auf meiner eigenen Neugier auf die tonalen Möglichkeiten dieses Ensembles.
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