Works for Viola
Hartmut Rohde
- Label
- CAvi
- Katalognummer
- AVI 8553144
- EAN / Barcode
- 4260085531448
- Erscheinungsdatum
- 5 Juli 2018
JOSEF TAL – KAMMERMUSIK FÜR VIOLA Als die Berliner Akademie der Künste mich fragte, ob ich an einem Konzert zusammen mit Josef Tal teilnehmen würde und seine zwei Werke für Viola und Klavier unter seiner Anleitung erlernen könnte, war ich begeistert. An der Berliner Universität der Künste stelle ich mich bewusst und willentlich in die Tradition der einflussreichsten Musiker der 1920er Jahre: Für mich als Violistin ist Paul Hindemith, Tals Lehrer, immer präsent als einer unserer größten Kompositionslehrer. 1995 organisierten wir ein großangelegtes internationales Hindemith Festival, während dessen fast alle Kompositionen Hindemiths mit Viola aufgeführt wurden. Das machte mich neugierig, Werke von Hindemiths Schülern und seinem Umfeld besser kennenzulernen. Tal war einer von Hindemiths bekanntesten Schülern und einer derjenigen, die die Ideen des Meisters am konsequentesten einen Schritt weiterführten. Er wurde auch ein engagierter, faszinierender Wegbereiter auf dem Gebiet der elektronischen Musik (in das Hindemith bereits Ende der 1920er Jahre an der Hochschule für Musik Berlin, der Vorgängerin unserer Universität der Künste, zu experimentieren begonnen hatte). Josef Tal gründete 1961 an der Hebräischen Universität in Jerusalem das Zentrum für Elektronische Musik; zu dieser Zeit war er einer der führenden, bekanntesten Komponisten des Landes. Ich traf Josef Tal, als er 94 Jahre alt war. Unsere Begegnung war wie eine Reise in eine beunruhigende Vergangenheit, geprägt durch eine große Anzahl von Schwierigkeiten und Umbrüchen, die er persönlich erleben musste. Sie bot auch einen aufschlussreichen Einblick in die Perspektive von Komponisten in Israel, sowie zuvor in Deutschland – sogar in kompositorische Ansätze aus vielen Epochen, die er selbst nicht erlebt hat. Während unserer Zusammenarbeit erwies sich Josef Tal als ein großer Denker: nicht nur ein Analytiker, sondern auch ein Interpret, der konsequent danach strebte, den emotionalen Aspekt in der Musik hervorzubringen. Er sprach jenem, das „zwischen den Noten" liegt, eine entscheidende Rolle zu. Ich nennensolch einen Ansatz gerne Durchhören. Er kann viele wunderbare Wege für den Interpreten öffnen, besonders in Musik, die auf den ersten Blick nicht emotional oder romantisch wirkt.
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