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Anthony Romaniuk

A
· 3 Min. Lesezeit
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Anthony Romaniuk
© Alpha 913

Perpetuum - Anthony Romaniuk
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Anthony Romaniuk (Klavier, Cembalo, Fortepiano, E-Piano, Virginale, Synthesizer)
Alpha 913 • 69' •
Aufnahme: Juli 2022, Studio 1, Flagey, Brüssel


Ich habe bereits früher über den australischen Tastenspieler Anthony Romaniuk geschrieben, im März des letzten Jahres anlässlich seines Albums Perpetuum. Sie können die Rezension hier lesen.

Der Vorgänger, Bells, erweist sich ebenfalls als voller Erfolg, wobei auch diesmal gilt, dass man streiten kann, ob das von Romaniuk zusammengestellte Programm nicht allzu sehr die Merkmale eines Sammelsurium aufweist. Aber wer über diesen (möglichen) Einwand hinwegsieht, erwartet ein äußerst faszinierendes Recital, das erneut Romaniuks enorme Vielseitigkeit zeigt. Nicht nur im Hinblick auf seine große Fertigkeit auf den verschiedenen Instrumenten (Flügel, Fortepiano, Cembalo und das Fender Rhodes E-Piano), sondern auch wie bewunderungswürdig er sich wie ein Chamäleon durch die vielen verschiedenen Musikstile bewegt. Vielseitigkeit ist also trumpf.

Er schrieb selbst die Erklärung, der er ein bekanntes Zitat von Miles Davis voranstellt: „Sometimes you have to play a long time to be able to play like yourself." Die Entwicklung eines eigenen Spielstils kann für manchen Musiker eine echte Herausforderung bedeuten, besonders in der heutigen Zeit, in der ein enormes Ausführungsreservoir mit einem einfachen Mausklick greifbar ist. Die Versuchung ist groß, zu sehr auf andere zu hören und zu wenig auf sich selbst…

Romaniuk ging auch bei diesem Album buchstäblich über Grenzen hinweg. In seinen eigenen Worten:

'In the earliest stages of assembling this programme I became interested in searching for musical elements which transcended not only eras but also genres and geographical boundaries, something truly cross-cultural. In the end I decided to build around two such ideas: the low drone and the pedal tone. The use of low drones means simply highlighting the lowest overtones in any given pitch (the root and the fifth). From the tambura in Indian classical music to heavy metal power chords, the openness of the bass-fifth could be the most universal instrumental sound that we have as a species. The purest example here would be the low, strummed bass chords at the midway point of the Crumb. Pedal-tones/points in this context signify a sustained pitch, often but not exclusively in the bass, around which all the other parameters shift; an example being Purcell's Fantasy Upon One Note. This work is heard here in a transcription for solo piano with the help of an e-bow for the sustained pedal tone. The Beatles song Blackbird provides a strong example of a pedal tone, with the mid-register G being held and reinforced throughout. Combining low drones and pedal tones, the resultant is bell tones and thus: Bells.'
Romaniuk ist so talentiert, dass ich ihn gerne in einer Reihe von vollständigen Werken hören würde, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass dies jemals geschieht. Dieser Tastenspieler gehört zu der neuen Generation von Musikern, die sich bewusst für einen thematischen Ansatz entschieden haben, der sowohl (manchmal sehr kurze) Miniaturen als auch einzelne Teile aus größeren Werken umfasst. Im Fall von Romaniuk kommt ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: seine großartige Improvisationskunst.

Wer sich überraschen lassen möchte, erwartet ein außergewöhnliches Abenteuer, das bei wiederholtem Hören nicht endet.

Tags cd
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